Bom dia !
So nun erreicht sie euch wirklich, die Dezember Rundmail. Durch unerwartetes Kranksein ueber die Feiertage und eine mehr oder weniger spontane Reise nach Fortaleza ueber Sylvester, hat sie ein bisschen auf sich warten lassen. Nun sitze ich in Rio de Janeiro, werde mein Bestes geben noch einen vernuenftigen Bericht zu schreiben, bevor ich und Merle in die naechste Stadt reisen.
....wo fang ich an? Es ist so viel passiert, sodass ich versuchen werde das Wichtigste zu erzaehlen und mich gleichzeitig kurz zu halten. Mal sehen ob das im Bereich des moeglichen liegt ;)

Wie ich ja schon berichtete, gab es in den letzten Wochen ein haufen Arbeit in den Projekten, aber auch in der Gemeinde. Der November ging, bedingt durch die Rueckkehr der Pastorin und ein paar Konflikten, mit einer kleinen Krise zu Ende. Dadurch, das die Pastorin fast 4 Monate verreist war (meine ersten 4 Monate in Belem) hatte ich keine wirkliche Regelaufstellung fuer mein Privatleben bekommen...diese kam dann 4 Monate spaeter, ueber die ich erst einmal ein bisschen schlucken musste. Jedoch haben sich die ganzen Regeln fuer mich in der Praxis, als nicht so schlimm herausgestellt wie ich anfangs dachte. Es geht schliesslich darum, das die Gemeinde sich verantwortlich fuer mich fuehlt und das Belem nicht ganz ungefaehrlich ist, vorallem in der Nacht.
Zum anderen hatte meine Pastorin die undankbare Aufgabe mit uns alle arbeitstechnischen Dinge anzusprechen, die etwas schief  oder falsch gelaufen sind. In der brasilianischen Kultur sprechen Arbeitskollegen naemlich nicht mit dir, sondern alles geht ueber die Autoritaetsperson, welche in diesem Fall die Pastorin ist. Dies alles zusammen war zum einen relativ frustierend fuer uns Voluntaere. (Aus der Theorie kannte ich zwar schon dieses Rollen-Kommunikationsverhalten, aber in Praxis fuehlt es sich trotzdem scheisse an.) Zum anderen wollten wir in der Sitzung eigentlich auch ein paar Kritikpunkte  zum Thema Arbeit anprechen, dies hatte jedoch an diesem Abend kein Raum mehr, da wir dann schon in der Rolle als Boesewichte standen (zumindest fuehlt es sich so an) . Diese angespannte Situation, zwischen mir und der Pastorin, konnte ich dann aber gluecklicherweise auf Grund von viel Nachdenken, Verstehen und ein langes Gespraech mit ihr und meiner verantworklichen Person beheben.
Ende November fand endlich das 3 tagige Seminar fuer das neue Projekt der Vila da Barca statt. Das Seminar war inhaltlich mais ou menos, .. ich bin sehr gespannt auf den Projektstart Anfang Februar. Insgesamt ist es in Brasilien so, das viele Events oder Seminare (wie dieses) irgendwie laufen, manchmal denkst du: wird das klappen? Aber es klappt, die Frage ist nur wie. Die Leute haben hier nicht so ein perfektionistischen Anspruch. Und du kannst ihnen ja auch nicht staendig sagen, wie du das machen wuerdest. Also laufen die meisten Events mais ou menos, aber sie laufen ! Mit den Kindern von der Vila da Barca waren wir einen Vormittag in einem Club, wo die Sponsoren-Bank einen Vormittag fuer alle Projektkinder vorbereitet hatte. Der Vormittag war sehr gut um die Kinder etwas kennen zu lernen und ich freue mich sie im Februar wieder zu treffen.
Mein Praktikum im Projektzentrum Emaus ging mitte November, auf Grund der vielen Arbeit im ICUI zu Ende. Insgesamt hat mir dieses Praktikum sehr gut gefallen, da ich in viele Oficinas reinschnuppern oder mitmachen konnte. Mit den etwas Kleinen habe ich manachmal auch ein kleines Spielprogramm gemacht oder in der Theater-Oficina habe ich mit den Jugendlichen Theaterstuecke zum Thema "Geld und Konsum" entwickelt.. Kurz vor Weihnachten hatte Emaus dann noch ein riesen Fest auf einem Platz in Belem, mit einer grossen Buehne und vielen Praesentationen. Fuer mich war es sehr, sehr schoen die ganzen Kinder dort wieder zutreffen und zu sehen, dass sie sich sehr ueber mein Kommen und Interesse gefreut haben.
In der Gruppe IACA habe ich angefangen in der Musikgruppe zu Trommeln und zu Rasseln, sehr cool und interessant, aber insgesamt  werde ich versuchen nur noch ein Abend zu IACA zu gehen, da ich momentan 4 Abende in der Woche bis 22.00 arbeite und am Wochenende auch oft Samstag noch etwas ist. Das sind dann schon ein bisschen viel Abende, finde ich.
In Curmim, haben ich und Rebeca weiterhin 1 bis 2 mal Aktivitaeten zum Thema Weihnachten gemacht. Ingesamt ist es aber immer noch nicht ganz einfach in Curumim, da Curumim eine richtige Leitung fehlt, und die anderne Educatoren nicht immer ganz zuverlaessig waren, so das wir oft spontan einspringen mussten. Dies wird sich jedoch im neuen Semester bessern, da IACA und Curmim  einen neuen Koordinator bekommen wir.
Nun zu ICUI. Seit Anfang Oktober waren wir 4 aufeinander folgende Mittwoche nicht dort, da unserer Fahrer nicht fahren konnte. In dieser Zeit bekamm der Mann, der in dem Haus im ICUI von der Kirche lebt 2 Morddrohngen und bewaffnete Banditengruppen haben das komplette Haus auseinander genommen und wirklich alles, inklusive Fenster und Tueren mitgenommen. Ende November, zur gleichen Zeit als die Pastorin wieder kam, stellten wir dieses Desaster  fest. Die Pastorin reagierte sofort mit effektiven Massnahmen. Es gab einen Gottesdienst dort und wir machten 5 Wochen jeden Vormittag Aktivitaeten mit den Kindern; Die Botschaft war: Wir lassen euch jetzt nicht haengen und zeigen Praesenz! Diese Zeit war zum einen ein riesen Geschenk fuer die Kinder, zum anderen war die taegliche Praesenz der Kinder und Muetter auch sehr wichtig fuer den Wiederaufbau des Hauses.Fuer uns bedeutete diese Massnahme viel Arbeit aber auch viel Spass. Ich war so richtig zufrieden, weil ich genau so eine intensive Projektarbeit immer noch vermisst hatte. Unsere Themen waren: Zirkus, die Weihnachtsgeschichte, ein Weihnachtsgrippenspiel(welches die Kinder in Kinderweihnachtsgottesdienst auffuehrten), Sterne. Jeden morgen gab es ein Geschischtsteil, Lunsch, einen Bastelteil, Spiele und das Vater Unser. Das Programm schmissen wieder nur die Voluntaere, machnmal nur zu 2, aber es lief immer irgendwie und war eine sehr schoene intensive Zeit mit den Kindern. Im Janaur geht das Programm nun taeglich weiter, jedoch vorerst ohne mich, da ich ja bis zum 20.1 reise.
Am 13.12 gab es den riesigen Weihnachtskindergottesdienst mit allen Projektkindern  der Gemeinde: Curumin, ICUI und Vilda da Barca. Die Vorbereitungen kosteten fast 2 Wochen intensive Arbeit, da jedes Kind ein angemaltes Karamiktier bekommen sollte, welche die Kinder aber nur zum Teil in den Projekten anmalten. Den anderen Teil malten wir dann an oder korrigierten ein wenig.
An diesem Sonntagmorgen mietete die Gemeinde 2 grosse Busse, mit denen wir die Kinder aus ihren Stadtteilen abholten. Um 10.00 ging  das riesen Spektakel dann los: ca 150 Kinder, Gemeindemitglieder, eine Band, ein Krippenspiel, 2 Tanzauffuehrungen von Curumim, 1 Tanzauffuehrung von der Hiphop Gruppe aus der Vila da Barcam und gaaanz viel Gewusel. Ein toller Gottesdienst und ab 12 Uhr mittags ein wohlverdienter Feierabend.
Ansonsten haben wir Voluntaere im Dezember noch eine Noite Cultural ueber das Thema Weihnachten in Deutschland und in der Schweiz veranstaltet. Zum Abschluss des arbeitsreichen  Monats Dezember organisierte die Pastorin eine Art Weihnacht-Danksages-Feier fuer die wichtigetsen Funktionaere der Gemeinde und uns Voluntaere.
 
Im Dezember gab es nicht all zu viel Freizeit fuer mich, jedoch war ab und an eine Tanzstunde oder ein Tanzfest drin. Ansonsten habe ich noch einen tollen brasilinaischen Freund dazu gewonnen, mit dem ich in der letzten Zeit viel erlebt habe. Mit ihm und ein an paar anderen, habe ich Sylvester am Strand von Fortaleza gefeiert! Wow..die Reise hat sich auf jeden fall gelohnt, auch wenn mein Aufbruch zu meiner grossen Reise mit Merle die in Rio begann etwas stressig war.Aber mir geht hier beim reisen ( nun schon in Bolivien) und auch in Belem momentan sehr gut =)
Etwas von meiner Reise erfahrt ihr dann Anfang Februar..
 
So meine Lieben, ate mais..    muitos abracos
eure Annika