Oktober...der Monat in dem mich die Teenager-Zeit verliess ;)

Cotijuba
Cotijuba

Bom dia, tudo bem?   =)                                                   

Diese Begrüssung hört man hier am Morgen sehr, sehr häufig. Nach dem Motto: Guten morgen, alles klar? Eigentlich muss man auf das „tudo bem?“ gar nichts antworten oder einfach „tudo „ sagen, denn es wird eigentlich eh nicht auf eine Antwort gewartete oder wenn dann auf ein „tudo“. Man könnte denken, diese  Frage ist ein bisschen sinnlos. Aber irgendwie finde ich es doch nett gemeint.  (Kleine Brasilien-Lehre, für diejenigen, die vorhaben hier mal hin zukommen)                                                                                                Die Zeit rennt, nun ist ein weiterer Monat  in dem heissen Brasilien und dem nun kalten Deutschland vergangen. Nach dem meine letzte Rundmail ja sehr ausführlich und sehr lang war, habe ich mir nun ein Limit von 2 Seiten gesetzt. Mal sehen was daraus wird =) Der Monat Oktober fing sehr ereignissreich an. Der Cirio und mein Geburtstag stand vor der Tür, ein Grund zum feiern.  Ich muss sagen, dass ich mein Geburtstag in vollen Zügen genossen und ausgekostet habe. Zum reinfeiern ging es mit Johanna und ein einigen Brasilianern in die Disko, dort wurde mit ein paar Caipis und zu viel Techno-Brega und Forro bis in den morgen getanzt. Trotz dem Mega-Event Cirio schlief ich gemütlich aus und genoss den morgen mit Nutella-Frühstück  und all den lieben Mails von euch ( Danke  nochmal =)). Ab dem Mittag ging es dann mit Adrian 4 Stunden ans Kochen, denn am Abend sollte mein Tag nochmal mit ein paar Leuten aus der Paroquia und Freunden gefeiert werden.  Man(n), wir waren ganz schön am schwitzen vor dem Herd. Aber es hatte sich gelohnt, alle Brasilianer wurden satt (Essen und Bier ist hier ganz ganz wichtig auf Festen). Dabei muss man sagen , dass  komplett alle Brasilianer fast 1 ½ Stunden zu spät kamen..aber damit muss man hier ja rechnen, so gab es halt kaltes Essen. Es waren die verschiedensten Menschen und Altersklassen da, so dass es ein sehr buntes Fest war,zum wohlfühlen =) Zum Cirio kamen 2 Mio Menschen in die Stadt. Ich persöhnlich, habe  wegen meinem Geburtstag, vom Cirio nur ein Strassentheater (mit Kostümen wie beim Karneval) und die Endzeremonie mit der Nazare vor der Igreja Nazare mitbekommen. Beides war sehr beeindruckend, so viele Gläubige Katholiken habe ich noch nie an einem Ort gesehen. Es wurde gefeiert, geweint, gelacht, getanzt.. alles in einer riesen Masse. In dem letzten Monat hatte unsere WG leider ein wenig Pech mit unserer Wohnung. So haben wir nur noch ein halbes Waschbecken im Bad, die Toilette funktioniert ab und an mal nicht so und die Hälfte des Oktobers mussten wir in einer  Schüssel oder in unserer Waschmaschiene abwaschen, da uns der Ablauf des Spülbeckens weggebrochen ist, dank Vermoderung.  Die Stromausfälle erwähne ich jetzt mal  nur am Rande, da dies ein ständiges Vorkommen ist und schon fast nicht mehr als Problem zählt. Aber jetzt kommts, unsere Tiere. Leider kann ich euch damit nicht verschonen, da ich mein Ekel irgednwie mitteilen muss und diese Geschichte einfach noch zu present in meinem Kopf ist. Ich hatte ja schon letztes Mal von unserem unebetenen Gast geschriebn: die Ratte.  Ich glaube sie ist immer noch nicht in die Flucht geschlagen, aber nun hatten wir seit 3 Tagen auch noch eine kleine, schwarze Maus gesichtet. („besser als die riesen Ratte zu sichten“, dachte ich mir) Gut. Seit gestern Abend kam ein übelriechender Gestank aus unserer Küche, der auch nicht verschwand, nachdem wir die Müllsäcke heraus brachten. Als ich nun heute morgen von meinem „Frühsport“ zurück kam, guckte mich Johanna aus der Küche ziemlich entsetzt an. Sie hatte unsere Waschmaschiene (die sind hier ein bisschen anders als in Europa) nach vorne gezogen um den Gestank doch noch einmal auf den Grund zu gehen. Dort fiebte etwas entsetzlich unter der Waschmaschiene. Erst mit der Hausmeistern der Paroquia  trauten wir uns die Waschmaschiene hoch zu heben. Dadrunter entdeckten wir 2 zerquetschte tote Baby-Mäuse (der Getank) und eine kleine weitere lebende Babymaus, die dann auch tötete wurde. Uhaäää, so ein Morgen.  Zum anderen bin ich momentan mehr als „Meduim-genervt“ ( Lea, verzeih, aber ich fand diesen Ausdrucke einfach zu gut)von allen Arten Ameisen die in unserem Haus und auf dem Gelände rumgrabbeln und vor allem an einem hochkrabbeln um einen dann zu beissen. (Man, das tut echt weh).  Von Kakerlaken blieben wir diesen Monat glücklicherweise verschon. Ab und an besuchen uns  Gekos, aber die sind eher niedlich. Es ist eigentlich  nicht so, dass ich mich vor diesen ganzen Tieren ekle, sondern Momentan strapazieren sie einfach ein bisschen meine und unsere Nerven . T ja, thats live. Nun zu etwas Erfreulicherem.  Da in diesem Monat viele Aktivitäten in der Paroquia am Wochenende für uns anstanden, gab es nicht all zu viel Zeit zum reisen. (Ich merke jetzt doch vermehrt, das meine Aufaben in der Gemeindearbeit und in den Projekten, ziemlich gleich gewichtet sind –das ist mal positiv mal negativ-)  Trotzdem habe ich es 2 mal geschafft nach Cotijuba (eine Insel  3h entfertn von Belem) zu kommen. Das erste mal war ein Strand-Schwimm-SONNEN-Tag mit Rebeca unserer neuen  deutschen Voluntärin, die bis Januar bleibt. An dem Tag habe ich mir meinen ersten, richtigen intensiven Sonnenbrand, auf der Rückseite meines Körpers zugezogen. (3 Tage Schmerzen). Tja, da musste ich mir dann wohl doch mal eingestehen, dass ich keine „Waschechte-Brasilianerin“ bin, sondern nur oft für diese gehalten werde. Letztes Wochenende war ich mit Johanna und einem Freund vom Tanzen, der dort ein Ferienhaus besitzt, nochmals auf Cotijuba. Wir hatten tolle 2 Tage mit ganz viel Schwimmen, Velo fahren (damit meinen die Schweizer Fahrradfahren) Motorrad-Taxi fahren, Vollyball und anderen Brasilianern. Dort gibt es am Strand sogar ein Zeltplatz, auf dem grad ein Reaggy-Festival stattfand. Ich  habe mich da spontan entschieden .. wie soll man sagen.. mich zu brandmarken, wer nun neugierig geworden ist, muss  einmal bei meinen Fotos auf meiner Homepage Nachforschungen betreiben (AnnikaBrasil09.jimdo.com). Das Tanzen ist hier in Belem nun definitv zu meinem Hobby geworden.. Tanzschule und Ausgang amWochenende ( auch ein Wort der Schweizer, wir würden „tanzen oder feiern gehen“ sagen) sind zu einem festen Bestandteil meiner Freizeit geworden. Ich bin wirklich sehr glücklich darüber .. auch, dass ich dies mit Johanna teile kann. Das macht einiges einfacher.  Besonders das Weggehen am Wochenende, da Belem schon nicht ganz Ohne ist, was die Kriminalität betrifft. Dadurch das Johanna eigentlich schon eine halbe Brasilianerin ist (sie war schon öfters hier und spricht die Sprache fast perfekt) und ich sehr interessiert daran bin portugiesisch zu sprechen, hängen wir dann auch nicht ständig aufeinander, sodass wir ziemlich viele neue Menschen in den vergangenen Monaten kennen gelernt haben.  Apropro Portugiesisch. Ich habe wieder angenfangen in meine Grammatik zu schauen und das sogar täglich. Am Angang war es für mich schon eine überwindung, aber nach dem ich sehr schnell  einen Erfolg beim Sprechen feststellen konnte, bekam ich ein richtigen Motivationsschub. Es ist eben doch einfach  nicht nur in der Gegenwart und Zukunfst sprechen zu können ;) Ich muss leider nocheinmal kurz zur Küche zurück kehren, eine kleine Feststellung. Mit ziemliche grosser Sicherheit kann ich von mir behaupten, dass ich noch  nie so viel Zeit für  Sachn im „Haushalts“ investiert habe: Wäsche so gut wie mit der Hand waschen, spülen, kochen , putzen, Ameisenleichen entfernen.. und und und. Aber ich überlebe es.

Badespass für den ICUI und andere Erlebnisse

Nun zur  Arbeit. Die Reisegruppe IACA ist zurück. Dieses freudige Ereigniss wurde mit einem überraschungsfest  für die Gruppe begangen. Curumim hatte an diesem Abend eine Tanzauffühung und presentierte auch eine kleine Rhytmus-Lied-Einlage. Das Ergebnis von unseren Rhytmusstunden. Der Abend war  sehr gemütlich und gelungen.  Von der Gruppe Curumim habe ich diesen Monat nicht viel zuberichten, da wir, seit dem der Koordinator von IACA aus Deutschland zurück  ist, ein  bisschen in der Luft hängen und mehr oder weniger nur Spiele spielen, da ein genaues „Planajamento“ erst ausgearbeitet wird. Ab der nächsten Woche, werde ich bei der IACA Gruppe bei der Musikgruppe mitmusizieren. Diese ist jetzt nach der Rückkehr wieder vorständig. Ich bin gespannt was mich erwartet.                Icui bekam im Oktober  2 überraschungen. Für den Anfang des Monats, hatte Steffanie, die deutsche Praktikantin, einen Zauberer aus ihrer Schule organisert. Dieser hat einen ganzen Morgen die Kinder unterhalten. Mit Begeisterung von beiden Seiten. Eigentlich wollten wir die folgenden Male mit dem Thema Zirkus  fortfahren, doch daraus wurde leider nichts. Unser Fahrer  hat einmal verhängt uns zu fahren und nun kann er dreimal nicht fahren wegen Urlaub. Da der Stadtteil Icui sehr ghefährlich ist, kann niemand anders, als der „auserkorene“ Fahrer uns dort hinbringen. Und selbst er wurde schon 2 mal überfallen. ist eben irgendwo im nirgendwo und doch gefährlicher als man denkt.  Die zweite überraschung für die Kinder  im Icui folgte eine Woche später, an einem Samstag. Eine baptistische Kirche mietete einen „Club“ und lud viele Kirchen ein,  mit ihren Kindern für einen „Spiel-und-Spass-Tag“ dort hi n zu kommen. Wir fanden, dass von unseren Projekten, die Icui-Kinder am meisten eine Abwechslung von ihrem  Monotonen-Altag verdient hätten. So holten wir sie am Morgen in 2 Fuhren  a 15 Kinder in unserem weissen Bulli ab. Nachdem die Kinder das Schwimmbad von dem Club entdeckten, konnten die Organisatoren so gut wie ihre ganze Tagesplanung vergessen. Man hörte nur noch die Frage: „Tia, dürfen wir schwimmen?“ Schnell wurde dann das Startsignal zum Schwimmen gegeben und es  folgte ein mindestens 3 stündiges Geplantsche im Schwimmbecken. Es hat einem wirklich riese Freude gemacht so viele glückliche Gesichter zu sehen. Für mich war der Tag zusätzlich besonders, da  ich merken konnte, dass viele Kinder schon eine relativ vertraute Bindung zu  mir aufgebaut haben. Diesemal waren es nicht nur 2 Stunden Programm , sondern ganze 7 Stunden mit den Kindern. Raus aus dem ICUI und rein ins Vergnügen. Andererseits waren wir auch den ganzen Tag für fast 30 Kinder verantworlich und so fiel ich an dem Abend ,müde, aber  zufrieden , schon sehr früh in mein Bett.  Vila da Barca, das Projekt, hat natürlich noch nicht begonnen (wird sind in Brasilien.), aber wenigstens soll dann doch nächste Woche das Seminar sein. Ja, ich bin gespannt. Mein Praktikum läuft aber dafür Recht gut. Seit 3 Wochen fahren ich 2 mal wöchentlich in den Bengui (ein Stadtteil etwas ausserhalb von Belem). Dort befindet sich eine sehr groesses Projektzentrum Emaus, wirklich eine riese Fläche mit ganz viel Grün und vielen kleinen Häusschen. Emaus bietet Kindern von 5-20 Jahren, vormittags oder nachmittags Oficinas und ein Mittagsessen an. Es sind sehr viele Oficinas die zum Angebot stehen: Ballet, Geige, Gitarre, Theater, HipHop, nähen, Trommeln, Capoera, Fussball... Momentan schaue ich mir jeden Morgen, den ich dort verbringe, eine Oficina an. Die Kinder und Professoren sind sehr offen und  sympathisch, so dass ich mich von Anfang an wohl gefühlt habe. Je nach dem, wie viel ich in dem neuen Projekt Vila da Barca eingestezt werde, könnte ich mir sehr gut vorstellen, zumindest einmal die Woche weiterhin bis zum Juli dort hinzugehen.  Des weiteren hat bietet die Paroquia nun jeden Samstagnachmittag Kinderaktivitäten an, bei denen ich mithelfe.

Ich glaube ich beende meinen Bericht jetzt mal lieber ganz schnell, 2 ½ Seiten...

Kurz zum Schluss: Der Oktober war nun mein zweiter ganz normaler Monat in Belem und ich muss sagen das „Abenteuer leben“, wird hier langsam  zum „Alltag“  Finde ich gut so =)

Von Weinachtsschokoladenmännern in den Läden ist hier noch nichts zu sehen..also falls mir jemand zum Nikolas ein schicken will... würde ich mich sehr freuen, ein bisschen Adventsbrauch aus Europa.

Beijos e abracos para voces

Annika

 

Noch ein kleiner Nachtrag: gestern ist dann noch mein Lattenrost weggebrochen.. und unser Wasser wird nun auch rar, da es lange  nicht geregnet hat oder die Wasserpumpe kaputte ist. Also ich bin gespannt, was als nächstes kommt , doch noch Abenteuer ;)